Bedeutet INDECT Sicherheit für die Bürger oder deren Durchleuchtung?

Stuttgart, den 21.10.2012

Am Samstag, den 20.10.2012 gab es in Stuttgart eine erweiterte Kundgebung zu INDECT –  im Rahmen eines europäischen Aktionstages und veranstaltet von der Piratenpartei, die sich entschieden gegen diese Art von Überwachungsinfrastruktur ausspricht. (Live Mittschnitt am Ende des Artikels)

Was ist INDECT?

INDECT (übersetzt „Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung“)

INDECT ist ein von der EU mit 14 Mio. unterstütztes Projekt – das Kernthema des Vorhabens ist die Überwachung der Bürgerinnen und Bürgern, es beinhaltet den massiven Einsatz von Videoüberwachung im öffentlichen Raum und es ist bereits der Einsatz von Überwachungsdrohnen geplant.

Die auf diese Weise erhaltenen Informationen werden, so der Plan, mit weiteren Datenquellen wie Facebook und Twitter, sowie staatlichen Personendatenbanken verknüpft, um so ein detailreiches Überwachungssystem zu schaffen.

Wer als auffällig von dieser Software bewertet wird, könnte dann automatisch per Gesichtserkennung identifiziert und weiteres Verhalten der „Verdächtigen“ daraufhin verfolgt werden. Das erinnert im gesamten, erschreckenden Szenario an Klassiker der Science-Fiction-Literatur – George Orwells 1984 und Ray Bradburys Fahrenheit 451 lassen freundlich grüßen.

INDECT verfolgt als Ziel das Vorhersehen von Straftaten – durch allgegenwärtige Überwachung.

Dazu die Pressemittelung der Piratenpartei:

https://www.piratenpartei-stuttgart.de/home/piratenpartei-ruft-zur-teilnahme-an-grosser-kundgebung-gegen-indect-am-kommenden-samstag-auf/

Auch cams21 verfolgte am 20.10.12 die Kundgebungen der Initiative zur drängenden Frage: Wie verhindern wir einen Überwachungsstaat?

Text: hdm/newmedia