BUND-Pressemitteilung: Bahn will trotz S21-Desaster weiterholzen

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Stuttgart, 5.2.2013 – Die Bahn plant noch in den nächsten Tagen, bis spätestens Ende Februar, umfangreiche Baum-und Gehölzrodungen auf einer Länge von 500 Meter am Neckarersatzbach in Untertürkheim durchzuführen. Der Kahlschlag soll im Rahmen von “Pflegemaßnahmen“ durch das städtische Garten- ,Friedhof- und Forstamt vorgenommen werden.

In diesem Bereich am Neckarersatzbach soll der geplante Stuttgart 21-Tunnel unter dem Neckar in die bestehende Strecke einmünden. Von der Baulogistik her ist dazu eine Verschwenkung der bestehenden Gleise in den Böschungsbereich entlang des Neckarersatzbaches notwendig.

„Wenn selbst das Bundesverkehrsministerium, wegen des heillosen Kosten-Desasters, derzeit keine finanzielle Baufreigaben für Stuttgart 21 mehr erteilt, darf die Stadt und das Land erst recht keine Freigaben oder Amtshilfen für weitere Baumfällungen geben“, fordert Axel Wieland, BUND Regionalvorsitzender.

Wieland weiter: „Auch die vor wenigen Tagen bekannt gewordenen geplanten Baumfällungen am Bahnhof Feuerbach, an der Mönchhaldenstraße und am Fildertunnelportal, die ebenfalls noch diesen Februar von der Bahn vollzogen werden sollen, müssen sofort gestoppt werden.“

Besonders ärgerlich ist nach Ansicht des BUND, dass am besagten Neckarersatzbach schon letzten Winter ein Abschnitt mit 66 Bäumen von der Bahn wegen Stuttgart 21 gefällt wurde, darunter eine als Naturdenkmal ausgewiesene Winterlinde.

„Die Bahn hat mit ihren bisherigen Motorsägen-Attacken schon unersetzlichen und unwiederbringlichen Schaden an der Natur in Stuttgart angerichtet – dabei gab es erhebliche Verstöße gegen Artenschutzgesetze. Jeder weitere Verlust, von für das Stadtklima so wichtigen Bäumen, ist absolut inakzeptabel, sagt Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer.