Gedanken zum Begriff Lenkungskreis

Da das Projekt Stuttgart-21 ja angeblich ein eigenwirtschaftliches Infrastrukturprojekt der Deutschen Bahn ist, heißt der Kapitän Rüdiger Grube.

Dieser lenkt das Schiff, die MS21 sehenden Auges durch unwegsame Gewässer, schrammt hier am Nesenbachdüker entlang, rammt dort ein paar Probe-Kelchstützen, läuft auf Sandbänken wie dem Brandschutz und Grundwassermanagement auf, so daß das Schiff erstmal freigeschleppt werden muss. Der Zeitplan („ETA“ – Estimated Time of Arrival, wie es im Schiffsverkehr heißt) gerät dabei völlig in Verzug.

Daran sind natürlich aber „die Anderen“ Schuld: die Fortschrittsverweigerer, das Eisenbahnbundesamt, das Umweltbundesamt oder sonst irgendwelche Behörden. Denn: in meiner Badewanne bin ich Kapitän!

Über die wahren Kosten hat sowieso niemand mehr einen Überblick, auch nicht die Reederei selbst, die Deutsche Bahn. Von dort heißt es nur: Hauptsache, wir kommen an!

Verschiedene Führungsoffiziere müssen immer wieder ausgetauscht werden (Frei Otto, Drexler, Azer, Andriof, Schuster, Mappus, Gönner…), ebenso haben externe Dienstleister (Kellerbau, Wolf+Müller) gekündigt. Weniger bedeutsame Schiffsjungen (z.B. Stumpf) wurden bei Bedarf einfach „auf die Planke“ gestellt und den Haien zum Fraß vorgeworfen.

Die Nautischen Offiziere (Kretschmann, Schmid, Kuhn) verstecken sich hinter der Projektförderpflicht. St. Nicolaus – der Schutzpatron der Seefahrer – wird’s schon richten.

Von Käpt’n Grube und seinem leitenden Ingenieur Kefer sieht man so gut wie nie etwas, beide befinden sich hauptsächlich auf Landgang.

So treibt die MS21 plan- und führungslos zwischen dem Schlossgarten und Bratislava hin und her.

Und hin und her. Und hin und her…..

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