Kommentar zur Informationsveranstaltung in Stuttgart-Ost

Info-Ortsschild

Am 11. März 2015 gab es wieder einmal eine sogenannte Informationsveranstaltung zu den Bauarbeiten rund um das Projekt Stuttgart 21. Solche Veranstaltungen sind in der Vergangenheit ihrem Namen auch schon gerecht geworden. Inzwischen sind dort Ton- und Bildaufnahmen jeglicher Art strikt verboten und so ist es nicht einmal möglich, zeitnah über den einen oder anderen Punkt mittels fotografierter Folien zu berichten. Das Ziel ist, so scheint es, möglichst wenige Bürger zu informieren und die Presse so gut es geht daran zu hindern, über die Veranstaltung zu berichten. Die Informationsveranstaltungen werden zur Farce, denn wer zum festgelegten Termin keine Zeit hat, der bekommt nichts, außer vielleicht irgendwann einige Tage später den dürftige Ausdruck der Präsentationen. Ob es diese in Zukunft auch noch geben wird, ist fraglich.

Das war nicht immer so. So wurde zum Beispiel im September 2012 eine Informationsveranstaltung live im Fernsehen gezeigt und ins Internet übertragen. Inzwischen soll eine breitere Öffentlichkeit möglichst gar nicht informiert werden und da ist jedes Mittel recht. Vorgeschoben wird das Persönlichkeitsrecht der Referenten. Selbst das Angebot von cams21, sämtliche Personen auf den Videoaufnahmen komplett unkenntlich zu machen und den Originalton nicht zu verwenden, wurde abgelehnt.

Spätestens am Jahresende wird wieder irgendwo geschrieben stehen, dass soundso viele Informationsveranstaltungen durchgeführt wurden und dass es angeblich weltweit kein anderes größeres Projekt gibt, bei dem die Bürger besser informiert würden. Nur noch für solch zweifelhafte Erfolgsmeldungen werden die Veranstaltungen durchgeführt. Auf der Strecke bleiben vor allem die Informationen und die Bürger, welche das Ganze auch noch mit Steuergeldern und über Fahrscheine finanzieren. Auf der Strecke bleibt auch die Presse, die darüber kaum noch sinnvoll berichten kann. Selbst die Referenten bleiben auf der Strecke: Diese sind durchweg sehr gut vorbereitet. Sie dürfen nicht einmal mehr zeigen, dass sie gute Vorträge halten können. Die Bahn selbst verliert weiter an Glaubwürdigkeit, sofern davon überhaupt noch ein kleiner Rest übrig ist. Die Bürgerbeauftragte macht sich lächerlich, wenn sie diese ganzen Verbote am Anfang jeder dieser Veranstaltungen ausführlich erläutert. Gewinner gibt es keine.

Doch keine Sorge, cams21 bleibt an dem Thema dran und arbeitet an einer Lösung.

 

12.03.2015/rag