Presseerklärung: Parkschützer und Walter Sittler pflanzen Widerstandsbäume

Posted on 20. Juli 2012 by Matthias von Herrmann via Bei Abrriss Aufstand

S21 ist gescheitert – lasst uns die Zukunft planen!

Stuttgart, 20. Juli 2012: Die Parkschützer und Schauspieler Walter Sittler pflanzen heute im abgeholzten Mittleren Schlossgarten zwei neue Widerstandsbäume. Damit läuten sie die Zukunft des Stuttgarter Schlossgartens ein, in dem die Bahn im Februar 2012 uralte Bäume für S21 fällen ließ. Die Pflanzaktion steht unter dem Motto ‚Unsere Bäume! Unser Park! Unsere Stadt!‘ Bei den Bäumen handelt es sich um zwei junge Ahorn-Bäume, eine typische Baumart für den 200 Jahre alten Schlossgarten.

„Diese neuen Widerstandsbäume sind ein Symbol für den neuen Schlossgarten, der entstehen soll, wenn S21 endlich eingestellt ist“, sagt Walter Sittler während der Pflanzaktion. „Sie sind ein Symbol gegen ein unsinniges Projekt, das weiterhin mit falschen Behauptungen und unhaltbaren Versprechen durchgedrückt werden soll.“

„Das ist unser Park, unsere Stadt, in der wir leben“, ergänzt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer. „Ein Park muss leben und wachsen, eine Stadt muss sich weiterentwickeln. Wir können doch nicht weitere 20 Jahre auf die Launen der Bahn warten! Stuttgart steht schon viel zu lange auf dem Abstellgleis. Stuttgart 21 ist gescheitert! Die Bahn scheitert an der Sicherheit, sie scheitert auf den Fildern, sie scheitert am Grundwassermanagement, sie kann nicht bauen. Wir brauchen endlich eine positive Zukunftsperspektive für Stuttgart: Ein Bahnhof, der auch alten Menschen gerecht wird, Geld für Schulen und einen Schlossgarten, der den Bürgern Ruhe und Erholung bietet! Deshalb pflanzen wir hier und heute zwei neue Widerstandsbäume. Mögen sie wachsen und gedeihen!“

Mit dem Bau von Stuttgart 21 scheitert die Bahn auf ganzer Linie:

  • Für das Grundwassermanagement gilt nach wie vor ein gerichtlich verfügter Baustopp – eine Genehmigung der vom Verwaltungsgerichtshof beanstandeten 5. Planänderung ist nicht in Sicht. Für die inzwischen beantragte 7. Planänderung ist gar ein neues Planfeststellungsverfahren fällig – Ausgang ungewiss, denn die Risiken für die Häuser im Kernerviertel sind bis heute nicht untersucht.
  • Auch mehr als ein Jahrzehnt nach Planungsbeginn ist das Planfeststellungsverfahren für den Filderbereich noch nicht einmal eröffnet. Die ‚Antragstrasse‘ der Bahn hat das Eisenbahnbundesamt schon mehrfach als ’nicht genehmigungsfähig‘ abgelehnt.
  • Auch eineinhalb Jahre nach Geißlers ‚Faktencheck‘ kann die Bahn keinen Plan vorlegen, wie sie u.a. die gravierenden Sicherheitsmängel in den Griff bekommen will.

Erfolgreich ist die Bahn nur bei der sinnlosen Zerstörung gut funktionierender Infrastruktur und innerstädtischer Lebensqualität.

Das Prestigeprojekt S21 hat für Stuttgart schon heute ein Jahrzehnt ohne Weiterentwicklung gebracht:

  • Mit Verweis auf S21 verschiebt die Bahn die seit Jahren überfällige Sanierung und Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs – der Bahnknoten Stuttgart schlägt sich mit dem letzten elektromechanischen Stellwerk in Deutschland herum.
  • Der Stadt fehlt das Geld für wichtige Zukunftsinvestitionen in Kitas und Schulen.

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