Proteste gegen die Grundsteinlegung am 16.09.2016

Proteste gegen die Grundsteinlegung bei Stuttgart 21

Proteste gegen die Grundsteinlegung bei Stuttgart 21

Kurzer Bericht auf die Schnelle: Zur heutigen Grundsteinlegung für den schrägen Haltepunkt Stuttgart 21 war viel Prominenz geladen. Die wirklichen Politpromis blieben jedoch dieser Veranstaltung fern, da der Termin zu kurzfristig anberaumt wurde. Der Termin war insofern auch aus Sicht der Bahn äußerst ungeschickt gewählt, da dieser Tage nun endlich der Bericht des Bundesrechnungshofs zu S21 veröffentlicht wurde, der offenbar kein gutes Haar an der bisherigen Finanzierung und der nicht vorhandenen Kontrolle durch den Bund lässt. Die Grundsteinlegung steht unter keinem guten Stern!

Doch die mangelnde Politprominenz hielt die Gegner nicht davon ab, umso lautstarker rund um die Grube, in der die Grundsteinlegung stattgefunden hat, zu demonstrieren. Bereits zu Beginn wurden einige Zufahrten blockiert, die meisten geladenen Besucher mussten durch ein Spalier laut demonstrierender Projektgegner hindurch. Und auch in den Zelten in der Grube wird man den Protest vernommen haben, da ein Traktor eine riesige Verstärkeranlage von oben an die Grube heranfuhr, aus der sowohl die Reden der Gegner als auch, besonders lautstark, Schuberts Unvollendete erklang. Ob diesen Wink die Anwesenden in der Grube verstanden haben?

Auch Robin Wood war wieder vor Ort und entrollte ein riesiges Banner an dem „Tigerkäfig“ genannten Zugang zum Querbahnsteig aus dem Schlossgarten heraus. Bei dieser Aktion handelte die Polizei äußerst hemdsärmelig und gefährdete teilweise die Kletterer, indem sie durch die Gitterstäbe hindurch Karabinerhaken öffnete. Gottseidank ist bei dieser Aktion nichts passiert, so dass das Transparent entrollt werden konnte. Auch dieses war aus der Baugrube von den Veranstaltungsteilnehmern nicht zu übersehen.

Auch jetzt noch, wo die letzten Gäste der Veranstaltung die Grube verlassen, erschallen Hupkonzerte und skandierte Oben-Bleiben-Rufe. Niemand kann behaupten, dass der Protest gegen Stuttgart 21 am Ende wäre – und heute wird diese Lebhaftigkeit erneut in ganz Deutschland in den Nachrichten sichtbar werden.

Übrigens verrät Grube in der Stuttgarter Zeitung einmal mehr, um was es bei Stuttgart 21 wirklich geht: „Bahnchef Rüdiger Grube hat das Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 als ‚großes Geschenk‘ an Stuttgart bezeichnet. Durch die Tieferlegung des Bahnhofs samt Gleisen erhalte die Schwabenmetropole zusätzliche Flächen, sagte er am Freitag in Stuttgart zur Grundsteinlegung für das umstrittene Projekt.“ Es geht eben nicht um eine Verbesserung der Zugverbindungen, nicht um ein verkehrstechnisch wichtiges, irgendwie zukunftsweisendes Bauwerk. Es geht einzig und allein um Immobilienflächen in zentraler Lage, um nicht mehr und um nicht weniger.

Die Gegner sammeln sich am Südausgang des Bahnhofs:

Lauter Protest am Südausgang des Bahnhofs:

Im Tigerkäfig:

Schlussakkord in die Baugrube und Rede Eisenhard von Loeper:

 

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