Zwuckelmanns Meinung zum Feinstaub in Stuttgart

Ein Schild an der verkehrsreichen Friedberger Landstraße in Frankfurt warnt vor Feinstaub und lässt Lastwagen nur im Lieferverkehr zu (Foto vom 28.09.2007). Städte sind verpflichtet, Bewohner von stark befahrenen Straßen notfalls auch mit zeitweiligen Fahrverboten vor gesundheitsschädlichem Feinstaub zu schützen. Das geht aus einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom Donnerstag (27.09.2007) hervor. Foto: Frank Rumpenhorst dpa +++(c) dpa - Report+++

Ein Schild an der verkehrsreichen Friedberger Landstraße in Frankfurt warnt vor Feinstaub und lässt Lastwagen nur im Lieferverkehr zu (Foto vom 28.09.2007). Städte sind verpflichtet, Bewohner von stark befahrenen Straßen notfalls auch mit zeitweiligen Fahrverboten vor gesundheitsschädlichem Feinstaub zu schützen. Das geht aus einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom Donnerstag (27.09.2007) hervor. Foto: Frank Rumpenhorst dpa +++(c) dpa – Report+++                                                                                        Link zum Original-Artikel der Frankfurter Rundschau vom 17.02.2009 Bitte Bild anklicken

 

damit die EU beruhigt ist

Stuttgart hat ein Feinstaubproblem. Stuttgart hat seit Jahren ein Feinstaubproblem. Und Stuttgart schafft es nicht, dieses Feinstaubproblem zu beheben und gefährdet seit Jahren seine Bewohner.

Die Presseberichte sprechen in der Regel von den EU-Normen, die in Stuttgart häufig um ein Vielfaches überschritten werden, und über mögliche Strafzahlungen in Millionenhöhe. Der eigentliche Punkt, nämlich dass Feinstaub krank macht, wird in aller Regel unter den Teppich gekehrt und nicht erwähnt. Aktuelles Beispiel: ein Bericht in der Stuttgarter Zeitung unter der Überschrift “Land will gegen Luftverschmutzung durchgreifen”. Stadt und Land wollen (einmal wieder) gemeinsam das Feinstaubproblem angehen – aber nicht etwa, um die Bürger Stuttgarts zu schützen, sondern um “die EU (zu) beruhigen”. Es spricht Bände, dass es Stadt und Land primär um eine reine Formalität geht und sie vor allem Strafzahlungen aus dem Weg gehen wollen – die reale Gefährdung der Bevölkerung spielt für sie offenbar nur eine untergeordnete Rolle, so halbherzig, wie dieses Thema seit Jahren behandelt wird.

Die Bewohner des Kernerviertels sind besonders vom Feinstaub geplagt. Und nicht nur vom Feinstaub. Bei meinem täglichen Weg zum Bahnhof komme ich zwangsläufig an S21-Baustellen im und am Schlossgarten vorbei. Und nahezu täglich und unabhängig vom gewählten Weg werde ich genötigt, durch Staub-, Dreck- und Abgaswolken zu laufen, die von LKW oder Baggern oder sonstigen Gerätschaften aufgewirbelt werden. Wie man derart große Baustellen erlauben kann, ohne das grundsätzliche Feinstaubproblem in den Griff zu bekommen, grenzt schon fast an fahrlässige Körperverletzung. Umso schöner wäre es, wenn es stimmen würde, was in einem Video vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde:

Auf jeden Fall könnte man die Herren Hermann und Kuhn schon einmal dazu befragen, ob die Stilllegung der Baustellen nicht auch eine mögliche und sinnvolle Maßnahme zur Reduzierung der Feinstaubbelastung wäre.

 

mit freundlicher Genehmigung:  zwuckelmann.wordpress.com

22.07.2015/pet