Der Gewa Tower – Eine Kleinstadt will hoch hinaus

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Die Stadt Fellbach im Rems-Murr-Kreis will hoch hinaus und zwar exakt 107 Meter. Der Gewa-Tower soll nach dem Willen des Investors, dem Gemeinderat und nicht zuletzt Oberbürgermeister Christoph Palm das Stadtbild der idyllisch gelegenen Kleinstadt am Fusse des Kappelbergs aufwerten.

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Mittlerweile sind die Gründungsarbeiten am Gewa Tower abgeschlossen.

Spatenstich im Mai 2014

In direkter Nachbarschaft zu einer Filiale des Fastfoodriesen Mc Donalds und dem XXL-Möbelhaus, soll hier das dritthöchste Wohngebäude Deutschlands entstehen. Seit dem Spatenstich im Mai 2014 ist von April diesen Jahres an dieser Stelle Fellbachs noch etwas ausser einer riesigen Baugrube zu sehen: Jede Menge Beton und Stahl. Seither steuern täglich viele LKWs die Großbaustelle an um jenen Stahl und Beton anzuliefern. Neben Fussgängern und Radfahrern sind auch Autofahrer bis zur voraussichtlichten Fertigstellung des Rohbaus, im Jahr 2016, massiv beeinträchtigt. Auch die unmittelbaren Anwohner dürften mittlerweile die üblichen Folgen von Großbaustellen, wie Lärm und zusätzlich Schmutz, zu spüren bekommen.

Jahrelange Hängepartie

Das es nun vorwärts geht, war nicht immer so, denn dieses Bauvorhaben ist in Fellbach umstritten und dem eigentlichen Baustart ging eine jahrelange Hängepartie voraus. Vor allem die Finanzierung bereiteten Stadt und Investor seit dem Abriss der alten Tennishalle im Jahr 2010 massive Probleme. Zudem bezweifeln Kritiker den Bedarf von deartigen Luxuswohnungen in Fellbach. Einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge, strebte die Bürgerinitiative mit dem Namen „Fellbach ist nicht Manhattan“ im Jahr 2010 sogar einen Bürgerentscheid für das umstrittene Bauvorhaben an, scheiterte aber vor dem Verwaltungsgericht in Stuttgart.

Finanzkrise bescherte Finanzierungsprobleme

Ob das Konzept und auch die Finanzierung tragfähig ist, wird man wohl erst nach der Fertigstellung sehen und da laut Investor Warbanoff die Finanzkrise für die wacklige Finanzierung verantwortlich war, darf man gespannt sein, was während des Baus noch alles für Tücken und Überraschungen lauern, denn bei 107 Meter Bauhöhe können nicht nur Finanzkrisen dazwischen kommen, sondern auch Pleiten von Baufirmen.

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Noch ist der Fernsehturm nicht in Sicht, dafür Stuttgart.

Noch kann man den Stuttgarter Fernsehturm von dieser Stelle in Fellbach aus nicht sehen, aber das könnte sich nach dem Willen des Investors und OB Christoph Palm ja bald ändern.

25.05.2015 / air