Provokative Thesen zur Bewegung gegen Stuttgart 21

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Podiums- und Diskussionsveranstaltung im Alten Feuerwehrhaus
Podiums- und Diskussionsveranstaltung im Alten Feuerwehrhaus

Podiumms und Diskussionsveranstaltung am 18.04.2016

Um die Strategie, Ausrichtung und Zukunft der Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21
ging es am Montag im Alten Feuerwehrhaus in Stuttgart Heslach. Julia von Staden
und Peter Grottian hatten dazu vier Thesen aufgestellt, die für reichlich
Diskussionsstoff auf dem Podium und bei den Besuchern sorgten welche sich mit
Redebeiträgen ebenfalls beteiligen konnten.

 

Teil 1: Thesen und Beiträge vom Podium

 

Teil 2: Diskussionsbeiträge aus dem Publikum

 

Titel der Veranstaltung:
Die Bewegung gegen Stuttgart 21: Über Selbstkritik zu neuem Selbstbewusstsein

am 18.04.2016 im Alten Feuerwehrhaus in Stuttgart-Heslach

Auf dem Podium waren:
Ursel Beck, Blockadegruppe der Parkschützer
Peter Grottian, Hochschullehrer für Politikwissenschaften an der FU Berlin,
Hannes Rockenbauch, Gemeinderat für SÖS-LinkePluS
Werner Sauerborn Aktionsbündnis gegen S21

Die Moderation hatten
Julia von Staden, Soziologin, und Werner Ott von den SeniorInnen gegen S21

20.04.2016/rag

7 KOMMENTARE

  1. Ich kann eines nicht verstehen: Demonstranten sind doch Demokraten und lieben und beschützen die Demokratie, dachte ich!
    Zu S21 wurde vor Jahren eine demokratische Volksabstimmung durchgeführt, mit einem demokratischen Ergebnis, Ja zu Stuttgart 21, dies will die Mehrheit!
    Warum können denn all die Gegener dies nicht akzeptieren, demokratisch, ehrlich, offen …… und demostrieren weiter und weiter und weiter! Dies kostet unser land und den Staat mächtig viel Geld, das von den Steuerzahlern und damit von der Bevölkerung erarbeitet wird. Dieses Geld könnte viel besser für so viele soziale Dinge verwendet werden, aber nein, eine kleine Gruppe von „Sturschädeln“ meint immer weiter machen zu müssen, wie ein Don Quichotte gegen Windräder, das verstehe ich einfach nicht. Ich selbst habe auch gegen S21 abgestimmt, aber ich kann auch verlieren und mich an demokratischen Regeln halten, ohne meinem Land und dessen Bevölkerung weiter auf der Tasche zu liegen …. denkt einfach mal nach, wie egoistisch Ihr seid!

    • @H.Heck: eine „demokratische Volksabstimmung“ wäre es evtl. gewesen, wenn eine Gleichheit in Bezug auf die Verbreitung der jeweiligen Positionen & Argumente gegeben gewesen wäre. Das war m.E. nicht der Fall. Die eine Seite konnte großflächig das Land mit Sprüchen wie „1,5 Mr. für nix“ plakatieren, die anderen Seite mußte ihre Kampagnen über viele Privatspenden decken. Die Deutungshoheit, die Meinungsbildungsmacht sind die bestimmenden Faktoren bei jeder Art von Abstimmung. Wenn hier keine Gleichheit der Mittel herrscht, dann ist das auch nicht demokratisch.
      So wenig wie die „Schlichtung“ auf „Augenhöhe“ stattgefunden hat, so wenig war die Volksabstimmung demokratisch. Die Wahrscheinlichkeit dass durch einen Gewinn derselben eine Veränderung eingetreten wäre übrigens genauso. Wäre die VA gewonnen worden, würde S21 heute trotzdem gebaut. Die Betreiberseite hätte geltend gemacht, dass es vertraglich keine Kündigungsmöglichkeiten gibt, die genutzt werden können. Damit wiederum sind die Verträge m.E. eigentlich sittenwidrig.

    • Ich kann @PeterPan inhaltlich nur voll zustimmen. Es wurde übrigens auch n i e über „Ja zu Stuttgart 21“ als solches abgestimmt. Nur über den Finanzierungsanteil des Landes (damals offiziell 4,5 Mrd.-wobei ich heute sicher bin, daß dieser „Kostendeckel“ schon damals mehr als gerissen war-auch das wurde der Öffentlichkeit vorenthalten!)
      Außerdem sagte selbst der „Vater der VA“ Prof. Wieland kurz danach, daß die VA nicht mehr bindend ist. Für die Landesregierung auch nicht. Das Quorum wurde von keiner Seite erreicht, das kommt noch dazu. Siehe auch: https://youtu.be/B4QTowgOMOY

      Insofern ist ein mehr als kritisches Infragestellen legitim. Widerstand auch 😉 !

    • Hallo H.Jeck,
      das Ergebnis der Befragung 2011 zum Ausstieg des Landes aus der Finanzierung von S21 war, daß das Quorum nicht erreicht wurde.
      Was zur Folge hatte, daß das Land weiter blechen muß.
      Als Demokratin bin ich dadurch aber keineswegs von meinen Grundrechten enthoben worden!
      Ich bitte Sie! Wo kämen wir da sonst hin?
      Wenn nach einer Volksbefragung Minderheiten-Meinung nicht mehr geäussert werden dürften…

    • Nun, wenn es in der Demokratie nach der Auffassung des H. Jeck ginge, dann bräuchte man keine Parlamente. Denn dann würde alle 5 Jahre eine Wahl durchgeführt und nach der Wahl würde die Partei mit den meisten Stimmen die Regierung alleine übernehmen. Alle anderen Parteien müssten dann eben akzeptieren, dass sie nichts zu melden haben und nach Hause gehen. Ein Parlament kostet unser Land und den Staat mächtig viel Geld, das von den Steuerzahlern und damit von der Bevölkerung erarbeitet wird. Dieses Geld könnte viel besser für so viele soziale Dinge verwendet … und so weiter und so fort.

    • Liebe(r) H. Jeck,
      die Demonstranten sind ebenso Demokraten wie alle anderen Bürger auch.
      Daher nehmen sie ihr gesetzlich zugesichertes Recht wahr, zu demonstrieren.
      An der Meinung vieler, daß S21 Murks ist, hat auch die Volksabstimmung nichts geändert.
      Auch die Bildungsplanreform wurde beschlossen, dennoch gehen die Bildungsgegner auf die Straße – das ist ebenso ihr Recht.
      Wenn Sie die Kosten der Demos aufführen: rechnen Sie mal zusammen, was S21 kostet – auch dafür zahlen alle Steuerzahler, und sogar die Demonstranten.

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