Stuttgart 21: Deutschlandradio manipuliert bei Berichterstattung zur Bürgerbewegung

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Plakat auf der 204. Montagsdemo
Plakat auf der 204. Montagsdemo

Im Länderreport von Deutschlandradio Kultur gab es gestern, am 21.02.2014 einen Bericht, der sich mit der Bürgerbewegung gegen Stuttgart21 beschäftigte. Michael Brandt berichtet darin vom Ausstieg der Grünen, des VCD, des BUND und von ProBahn aus dem Aktionsbündnis und analysiert die Veränderung innerhalb des Protests gegen Stuttgart 21. Doch leider geriet der Bericht äußerst einseitig und sollte ganz offensichtlich dem Zuhörer suggerieren, dass die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 sich »radikalisiere« und ihr Ende gekommen sei. Um diesen Eindruck zu untermauern, schreckte der öffentlich-rechtliche Sender selbst vor offensichtlicher und sehr dreister Manipulation von O-Tönen nicht zurück. (Ein Kommentar von Zwuckelmann.)

Die Welt dreht und verändert sich. Was ist heute noch so wie vor ein, zwei, drei Jahren? Und weil sich alles verändert, ist es eine berechtigte Frage an den Autor Michael Brandt, warum ausgerechnet eine Bürgerbewegung sich nicht verändern sollte. Brandt konstatiert, dass heute nicht mehr, wie noch vor drei Jahren, Zehntausende Stuttgarter jeden Montag auf die Straße gingen und dass der Protest heute nicht mehr aus der Mitte der Stuttgarter Gesellschaft käme. Doch was erwartet Brandt? Kann man allen ernstes von einer losen Bürgerbewegung, die in Spitzenzeiten über 100.000 Bürger auf die Straße brachte, erwarten, dass sie diese Kraft über mehrere Jahre Woche für Woche aufrechterhalten kann? Wohl kaum! Dass es in Deutschland wahrscheinlich einmalig ist, dass seit Jahren wöchentlich immerhin mehrere Tausend Bürger auf die Straße gehen, darüber verliert er kein Wort.

Im Gegenteil werden die mehr als Tausend regelmäßigen Demonstranten von Brandt in einer Weise diskreditiert, wie es sich für eine seriöse Berichterstattung eines öffentlich-rechtlichen Senders schlichtweg nicht gehört. Früher wäre der Protest im Kern ein »bürgerlicher« Protest gewesen, heute nicht mehr. Was der Protest heute sein und aus welchen gesellschaftlichen Schichten er sich speisen soll, darüber macht Brandt keine Aussagen. Dadurch wird suggeriert, die Demonstranten wären eben nicht mehr »bürgerlich« im besten Wortsinn, sondern gesellschaftlich randständig. Er spricht von einem »harten Kern«, sogar von einem »ultraharten Kern«, von »Radikalisierung« und »Dogmatismus« und malt so ein ganz bestimmtes, der Realität nicht entsprechendes Bild der Widerstandsbewegung, das seine Wirkung in der Zuhörerschaft des Deutschlandradios nicht verfehlen wird.

Doch nicht nur die Demonstranten, auch die Gruppe der »sogenannten Parkschützer« wird in einer Art und Weise dargestellt, die die endzeitliche Veränderung der gesamten Bewegung unterstreichen soll. Die Parkschützer seien vor drei Jahren noch »am radikalen Rand des Bündnisses der Bahnhofsgegner« gestanden, stünden nun aber im Zentrum der Bewegung. Die Radikalen haben also das Ruder übernommen, wird suggeriert. Wie Michael Brandt zu dieser Einschätzung kommt, ist unklar. Es gab nie die eine Bürgerbewegung, selbst das Aktionsbündnis, dem in diesem Bericht ein Gewicht gegeben wird, das es als angebliche Vertretung »des Widerstands« tatsächlich nie hatte, war nie »das Zentrum« des Protests.

Medien stellen den Widerstand gegen das Immobilienprojekt in eine linksextreme Ecke 

Wie sich die angebliche Radikalisierung manifestiert, wird nur an einer einzigen Stelle genannt: trotz gerichtlichen Versammlungsverbots wurde einige Wochen lang direkt vor dem Bahnhof demonstriert. Brandt gibt keinen anderen Hinweis darauf, wie sich die von ihm beobachtete Radikalisierung ansonsten äußerst. Dass dieser tausendfache »Ungehorsam« bei den besagten Montagsdemos nichts mit einer »Radikalisierung« des Widerstands gegen Stuttgart 21 zu tun hatte, sondern ein bewusstes Zeichen gegen die gerichtliche Beschneidung des Versammlungs- und Demonstrationsrechts gewesen ist, also ein Auflehnen der Bürger gegen eine einzigartige gerichtliche Priorisierung des Straßenverkehrs gegenüber bürgerlicher Grundrechte, erwähnt Brandt an keiner Stelle. Stattdessen wird nebenbei fallen gelassen, dass »politische Dogmatiker wie die der DKP« zu offenem Widerstand gegen Stuttgart 21 aufrufen würden. Nicht zum ersten Mal versuchen die Medien, den Widerstand gegen das Immobilienprojekt in eine linksextreme Ecke zu stellen, in die verstaubte Ecke unverbesserlicher Kommunisten. Dass seit Jahren nicht einmal eine Handvoll DKP-Anhänger auf den Montagsdemos ihre Fahne schwenken (genauso wie seinerzeit die Grünen und hin und wieder auch heute noch die Linken), ist ganz sicher kein akutes Zeichen einer irgendwie gearteten Radikalisierung. Darüber hinaus: Was soll es heißen, dass die DKP zu »offenem Widerstand gegen Stuttgart 21« aufrufe? Wir alle Demonstranten leisten doch offen Widerstand gegen dieses Projekt. Welche angeblich besonders extremen Formen des Widerstands fordert denn die DKP im Gegensatz zu anderen Demonstranten? Und wie soll dieser von der DKP angeblich gefoderte »offene Widerstand«aussehen? Und was soll es ein, dass diesen dann besonders extrem macht? Hier wird mit verstaubten Floskeln aus der Mottenkiste ein Gespenst gezeichnet, das es in der Realität nicht gibt.

Die von Brandt beobachtete Radikalisierung würde die Bürgerbewegung auch spalten – ein beredtes Indiz sei der Austritt der Grünen, des BUND, des VCD und von ProBahn aus dem Aktionsbündnis. Gerade dass die Demonstranten inzwischen mehr über die Grünen schimpften als über die CDU und die SPD zeige doch die irrationale Zerstrittenheit des Protests. Brandt kann ganz offensichtlich nicht verstehen, dass sich die Bürgerbewegung einfach nicht mehr von irgendeiner Partei instrumentalisieren lassen will – und schon gar nicht mehr von den Grünen, die es immer und immer wieder versuchen. Deshalb gibt es seit langem die Forderung, dass Parteien keinen Einfluss auf die Bürgerbewegung haben und auch auf den Kundgebungen nicht reden dürfen sollten.

Passender weise wird dann Peter Conradi, SPD-Urgestein, zitiert. Er als gemäßigter Gegner des Projekts appelliere, wieder stärker die Gemeinsamkeiten zu sehen. Man möge sich wieder stärker »darauf besinnen, wer zu den Freunden und wer zu den Gegnern« gehöre. Und als wären die bisherigen, tendenziösen Darstellungen von Brandt nicht genug, wird behauptet, dass diese Aussage von Conradi mit »Lügenpack«-Rufen kommentiert worden wären. Um diese Aussage zu untermauern, hört man in dem Radiobeitrag ein lautes »Lügenpack! Lügenpack!«-Rufen.

Hier manipuliert das Deutschlandradio

Der unwissende Zuhörer gewinnt also abermals den Eindruck, dass die Tausend Montagsdemonstranten inzwischen ein radikaler, verbohrter Haufen geworden wären, die vor vernünftigen, gemäßigten Gegnern keinen Respekt mehr hätten. Selbst ihre eigenen Leute brüllten sie inzwischen nieder. Doch hier manipuliert das Deutschlandradio in einer Art und Weise, wie man es ihm nicht zugetraut hätte. Denn die eingespielten Lügenpack-Rufe (hier ab Minute 13:50) gab es bei dieser 208. Montagsdemo, auf der Peter Conradi seit langem einmal wieder aufgetreten ist und auf die sich die Zitate beziehen, gar nicht. Das heißt, die Radioredakteure haben von einer anderen Montagsdemo die Aufzeichnungen der Lügenpack-Rufe, die in einem ganz anderen Zusammenhang entstanden sein müssen, in diesen Bericht montiert, um bewusst falsche Aussagen mit O-Tönen zu untermauern. Dieses Vorgehen kann man nicht anders als Betrug und bewusste Täuschung nennen. Wer sich davon überzeugen mag, dass es keinerlei Lügenpack-Rufe gab, sondern im Gegenteil großen Applaus, sehe sich die Rede von Peter Conradi auf der 208. Montagsdemo hier an.

Am Schluss kann man sich nur fragen, was Brandt mit diesem Beitrag bezweckt. Denn er sagt selbst, dass sich alle Befürchtungen der Gegner bewahrheitet hätten: der Kostendeckel sei gesprengt, der ursprüngliche Zeitplan sei deutlich verschoben, das Mineralwasser bereite der Bahn doch größere Probleme, die Leistungsfähigkeit würde zunehmend in Frage gestellt. Damit zeigt Brandt doch gerade, dass es Gründe genug gibt, auch heute noch gegen Stuttgart 21 zu protestieren. Aber anstatt sich über so unerschrockenes bürgerschaftliches Engagement zu freuen und alles dafür zu tun, dass die Lügen der Bahn weiterhin an die Öffentlichkeit kommen, kompromittiert er den Protest und schreckt dabei sogar vor dreister Manipulation nicht zurück.

Am Ende warnt er vor einer weiteren Radikalisierung und prophezeit, dass in wenigen Jahren ein kleiner harter Kern übrig bliebe, über den die restlichen Stuttgarter dann nur noch genervt lächeln würden. Doch was ist für Brandt die Alternative? Was soll die Bürgerbewegung seiner Meinung nach jetzt tun? Sollen die Bürger nach Hause gehen und einfach hinnehmen, dass sämtliche Befürchtungen eingetreten sind oder zukünftig eintreten werden? Sollen sie den unmöglichen Versuch unternehmen, ihre Augen wieder zu schließen und Parteien und Medien wieder blind vertrauen? Oder, Herr Brandt, täuscht es, wenn Sie mit diesem Bericht einfach nur Wahlkampf machen wollen – denn die Grünen sind ja, wie sie wiederholt berichten, eigentlich noch immer gegen Stuttgart 21, können aber wegen der Volksabstimmung einfach nicht anders – und sie wollen ja auch mit dem »zunehmend radikaleren« Protest, bei dem sogar die DKP zu »offenem Widerstand« aufruft, nichts zu tun haben?! Und welcher gutbürgerliche Demonstrant möchte schon mit diesem Gesocks auf die Straße gehen? Das ist wirklich plumpeste Propaganda, Herr Brandt!

Schade, dass inzwischen selbst das Deutschlandradio derart unseriöse Berichte sendet!

(22.02.2014/zwu)

17 KOMMENTARE

  1. Das Unternehmen Stuttgart 21 ist unverantwortlich! Und das fängt bereits bei verschiedenen Planungsphasen an, die bis heute nicht genehmigungsfähig sind – als da beispielsweise aufgeführt werden können die völlig verantwortungslose Planung des Brandschutzes, die ebenso verantwortungslose Planung des Nesenbachdükers, die auch in der jetzt geplanten offenen Bauweise bisher nicht genehmigt wurde. Dabei ist noch nicht die Rede von drei weiteren großen den Bahnhofstrog ebenfalls kreuzenden Dükerbauten, die mit weiteren zukünftigen Belastungen für die Stuttgarter Bevölkerung verbunden sind. Bei dem – jetzt in doppelter Menge abzupumpenden Grundwasser – ist bis dato ebenfalls noch keine Genehmigung vorhanden, wohl deshalb, weil diese Menge einfach unverantwortlich ist.
    Unverantwortlich war bereits die erste Gewaltmaßnahme der DB AG, der Abrss des denkmalgeschützten Nordflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofes im August 2010 sowie auch der dann 2012 erfolgende Abriss des Südflügels – beides für den Fortgang des Projektes Stuttgart 21 noch gar nicht notwendige Maßnahmen. Dazwischen dann – im November 2011 – eine sogenannte Volksabstimmung, deren ‚Erfolg‘, nähmlich im Effekt der Weiterbau von Stuttgart 21 nur durch massive Täuschung der Bevölkerung von Stuttgart und Baden-Württemberg über die wahren Kosten des Projektes erreicht wurde – ebenfalls ohne jede Verantwortung. So, wie auch das sogenannte ‚Baurecht‘, dass der DB AG für dieses ‚dümmste Projekt‘ (Zitat nach der SZ, München) unverantwortlich nach Lügen und Täuschungen der Leitung der DB AG über tatsächlich vorliegende Fakten bei der Vorlage in drei Parlamenten – dem Stadtrat von Stuttgart, dem Landtag des Landes Baden-Württemberg und dem Bundestag der BRD zur Zustimmung verholfen hat…
    … und diese Aufzählung kann in ununterbrochener Folge bis heute fortgeführt werden!

    Erst die (erforderliche, weil notwendige) juristische Aufarbeitung und die notwendige Erfassung der für diese Verantwortungslosigkeiten tätigen Mitarbeiter der DB AG und sonstiger Politiker und Beamten (dazu zählen u.a. auch Staatsanwälte wegen eventueller Unterlassungen einer notwendigen Anklage einer Straftat) und deren strafrechtliche Ahndung kann hier zu einem die Öffentlichkeit befriedigendem Ergebnis führen

  2. Ich bin ein böser krimineller Linksradikaler 3:) der auf keinen aufhören wird dieses kriminelle Projekt zu bekämpfen ! Denn ich habe einen persönliche und eine Berufsehre, die ich in keinem Fall verraten werde ! Der Artikel bestärkt mich nur darin ! Zeigt er doch mit welchen Mitteln gekämpft wird !

  3. Deutschlandradio Kultur veröffentlichte auf Facebook nun eine Stellungnahme:

    „Stellungnahme des Deutschlandradios: Der möglicherweise entstandene Eindruck, Deutschlandradio Kultur würde in seinem Länderreport zum Thema „Stuttgart 21“ vom 21. Januar 2014 „manipulieren“, bedauern wir sehr. Es ist tatsächlich dem Autor bei der Auswahl eines O-Tones für diese Sendung ein Fehler unterlaufen, den wir zu entschuldigen bitten. Es hat eine interne und intensive Analyse stattgefunden. Entsprechende Gespräche sind geführt worden, damit derartige Fehler zukünftig nicht mehr vorkommen. Deutschlandradio Kultur wird weiter seriös und sachlich berichten und kommentieren.

    Kritische Berichterstattung ruft allerdings immer Widerspruch hervor. So liegt es in der Natur der Sache, dass Betroffene darüber möglicherweise im Einzelfall nicht erfreut sind. Deshalb weisen wir in diesem Zusammenhang den Vorwurf einer tendenziösen Berichterstattung entschieden zurück.“

    https://www.facebook.com/dkultur/posts/10151968764297895?comment_id=29490975&offset=0&total_comments=40

  4. Also der Sender ist schon lange nicht mehr was er mal war.
    Sorry da sind zu viele „ausgewogene“ Boulevard-Stücke, die da mittlerweile Ur-aufgeführt werden… heute morgen Rüttgers zu mehr militärischer Verantwortung Deutschlands (also mehr Krieg von Deutschen Boden aus!!!) und Europa!

    Wie alle anderen Institutionen ist er diese nach RECHTS gerrückt!

  5. Wieso „inzwischen“? Michael Brandt hat schon immer ebenso tendenziös über Stuttgart 21 und den Widerstand dagegen berichtet wie der SWR, über dessen Einseitigkeit wir uns ja schon seit Jahren aufregen.

    Immer, wenn einmal bundesweit berichtet wird, hat man die Hoffnung, daß es vielleicht etwas objektiver zugeht. Doch wenn die ARD die S21-Berichterstattung immer nur dem SWR überläßt, kommt halt auch nur SWR heraus. Und wenn für das Deutschlandradio immer nur der Landeskorrespondent für Baden-Württemberg Michael Brandt berichtet, kann man keine objektive Berichterstattung erwarten.

    Seit vielen Jahren (verstärkt seit der Stilllegung des SDR im Zuge der Rundfunkfusion 1998) bin ich Stammhörer beider Programme des Deutschlandradios (mit Schwerpunkt auf dem DLF) und verfolge intensiv auch die Berichterstattung aus Baden-Württemberg. Aus den Ländern wird von den jeweiligen Landeskorrespondenten berichtet: Für BW waren und sind das (in dieser Reihenfolge) Hans-Günther Sohn, Barbara Roth, Uschi Götz und nun eben Michael Brandt, der übrigens auch noch bei der Schwäbischen Zeitung arbeitet. Während ich an der Arbeit der anderen nach meiner Erinnerung nichts auszusetzen hatte (und Barbara Roth sich bei Ihrer Versetzung nach München sogar bitter beklagte, daß sie ihr „geliebtes Stuttgart“ verlassen mußte), habe ich von Herrn Brandt zu Stuttgart 21 noch nie einen ausgewogenen Beitrag gehört. (Natürlich kann man daher auch sonst an seiner journalistischen Neutralität zweifeln, etwa bei der Berichterstattung aus der Landespolitik, aber was soll man machen, wenn man nicht selbst dabei war?)

    Jedoch würde ich nicht gleich dem ganzen Deutschlandradio die Schuld geben: Die Beiträge werden von den jeweiligen Landesstudios produziert und geschnitten. Verantwortlich wäre neben dem Autor allenfalls die/der zuständige Redakteur(in) in Berlin, der/die aber auch nicht wissen konnte, welche dreisten Manipulationen an den O-Tönen vorgenommen wurden. Allerdings hätte man dann nachträglich reagieren müssen, indem man Herrn Brandt einen saftigen Rüffel bzw. scharfen Verweis erteilt. Nicht jedoch – wie in einem Kommentar auf dieser Seite gefordert -, indem man die Beiträge nachträglich ändert: Das wäre sonst die zweite Fälschung gewesen. So können alle, die die Sendung nicht gehört haben, die Manipulationen, wie sie Zwuckelmann beschrieben hat, in Text und Ton nachvollziehen.

    Ob es freilich dem Deutschlandradio gut getan hat, als Nachfolger des in Ruhestand gegangenen Intendanten Ernst Elitz ausgerechnet den langjährigen leitenden SWF-Mitarbeiter und SWR-Landessenderdirektor Willi Steul zu wählen, möchte ich einmal dahingestellt sein lassen. Festzustellen ist jedoch, daß Jürgen Liminski als festangestellter Journalist ohne jegliche gebotene journalistische Distanz weiterhin im Deutschlandradio Propaganda für sein reaktionäres Familienbild verbreiten kann: Zapp berichtete (nicht) darüber: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/film_fernsehen_radio/deutschlandfunk125.html

    Unter den bundesweiten Medien können einzig das ZDF, die Taz, die Frankfurter Rundschau, die FAZ und evtl. die SZ für sich in Anspruch nehmen, kein Sprachrohr des S21-Kartells zu sein.

  6. Der unwissende Hörer kann sich ja mal ein paar Beiträge von „demoschlampe“, „zapf“ oder anderen durchlesen, danach hat er hinsichtlich der „bürgerlichen Mitte“ oder der Radikalisierung sicher keine Fragen mehr.

    Dort geht es ja soweit, dass dazu aufgerufen wird, alle an den verbleibenden Bäumen aufzuhängen, welche im Park Bäume fällten bzw. fällen ließen.

  7. Schade, dass inzwischen selbst das Deutschlandradio derart unseriöse Berichte sendet!

    …inzwischen???…

  8. Ich halte diesen Beitrag für schlicht unverschämt! Warum wohl geht mir jetzt gerade der Begriff „Lügenpack“ durch den Kopf?
    ….öffentlich rechtlicher Journalismus halt…..

  9. […] Im Länderreport von Deutschlandradio Kultur gab es gestern, am 21.02.2014 einen Bericht, der sich mit der Bürgerbewegung gegen Stuttgart21 beschäftigte. Michael Brandt berichtet darin vom Ausstieg der Grünen, des VCD, des BUND und von ProBahn aus dem Aktionsbündnis und analysiert die Veränderung innerhalb des Protests gegen Stuttgart 21. Doch leider geriet der Bericht äußerst einseitig und sollte ganz offensichtlich dem Zuhörer suggerieren, dass die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 sich »radikalisiere« und ihr Ende gekommen sei. Um diesen Eindruck zu untermauern, schreckte der öffentlich-rechtliche Sender selbst vor offensichtlicher und sehr dreister Manipulation von O-Tönen nicht zurück. –> weiterlesen […]

  10. „Nicht zum ersten Mal versuchen die Medien, den Widerstand gegen das Immobilienprojekt in eine linksextreme Ecke zu stellen, in die verstaubte Ecke unverbesserlicher Kommunisten.“

    Nun ja. DR reiht sich ein in die gute theutsche Tradition, die wie wir aus der Vergangenheit erfahren haben auch nach der Niederlage siegreich bleibt. Unvergessen in diesem Zusammenhang der Artikel Nonnenmachers auf der FAZ zu den „Parkschützern“ :
    „Stuttgart 21
    Eindeutiges Gutachten
    Haushaltsbeschlüsse eines Parlaments können nicht per Volksentscheid ausgehebelt werden. Die Deeskalation der Landesregierung aber wird die fanatischen „Parkschützer“ nicht zufriedenstellen, kommentiert Günther Nonnenmacher.

    05. Oktober 2010

    Die Gutachten über die Rechtmäßigkeit einer Volksabstimmung über Stuttgart 21 sind eindeutig: Sie wäre unzulässig, weil für Bahnstrecken der Bund zuständig ist und nicht das Land. Außerdem obliegen Haushaltsbeschlüsse dem Parlament; sie können nicht per Volksentscheid ausgehebelt werden. Damit sollte auch der Schlaumeier-Vorschlag vom Tisch sein, eine „Volksbefragung“ zu veranstalten, die zwar rechtlich nicht bindend wäre, aber dennoch politische Bindungswirkung entfalten würde.

    Dass die SPD dennoch Ende Oktober eine Volksabstimmung beantragen will, zeigt, wohin der Weg führt: Die Landtagswahl im Blick, wird sie umfallen und gegen ein Projekt agitieren, dass sie mitbeschlossen und bis vor kurzem mitgetragen hat. Man wird sehen, ob die Wähler solchen Wankelmut honorieren. Die Landesregierung setzt auf Deeskalation. Sie hat einen Teil-Baustopp bis zur Landtagswahl angekündigt und wirbt für einen Dialog. Das wird fanatische Gegner von Stuttgart 21 wie die „Parkschützer“ nicht zufriedenstellen. Denen geht es nicht um Bäume, sondern um eine andere Republik.“ l. c. http://www.faz.net/artikel/C30923/stuttgart-21-eindeutiges-gutachten-30311267.html

    Zu prüfen, ob der link noch aktiv ist lohnt in diesem Fall wahrlich nicht.
    Denn in die andere Republik sind jene abgewandert, die vorgeben, diese zu verteidigen. Auch DR. Ich habe mir den Text damals auf Word als besonders ignorante Unverschämtheit abgespeichert.

    Wenn das S21-Paket einmal aufgeschnürt werden sollte, da waren alle diese Leute einschliesslich dem Autor der DR-Sendung nicht dabei, weil: Dass das so ist, das hätte man nun nicht wirklich wissen können. Und das Paket wird aufgeschnürt werden.

    Ansonsten rate ich dem Autor, sich einmal die Kostenaufschlüsselung zu den 121 Risiken wie von Herrn Heydemann am 29.1. 14 im Bürgerhaus Fellbach dargestellt zu Gemüte zu führen, hier inzwischen auf youtube anzuschauen https://www.youtube.com/watch?v=u2YI1BSFEcg&list=PL8770EAC9F35353BC&index=6

    Und ja, wie klar auf diesem Video auszumachen gehört ganz besonders Herr Heydemann zu jenem pösen und knallharten Kern der unverbesserlichen Berufsrevoluzzer, die nicht müde werden, dieses demokratisch und rechtlich durch das VGH Mannheim zurechtgebogene Projekt gegen jede rechtsstaatliche Vernunft zu bekämpfen. Cheers.

    Vielleich kann den youtube Link „Anouk“ noch auf DR zur Sendung als Empfehlung für den Autor für eine bessere Sendung einstellen?

  11. Ich habe auf der Facebook-Seite von Deutschlandradio Kultur folgenden Kommentar hinterlassen (www.facebook.com/dkultur/posts/10151968764297895)

    @Deutschlandradio Kultur, die Ihr Euch hier in keiner Form äußert:

    Ihr habt mit Eurem gestrigen Beitrag sehr enttäuscht. Nicht weil Ihr zu ungründlich recherchiert und im Hauptbeitrag wie auch in der Vorankündigung Falschinformationen verbreitet habt, auf die man Euch schon vor der Veröffentlichung hingewiesen hat. Enttäuscht habt Ihr auch nicht, weil Ihr tendenziös berichtet und über geschickte Rhetorik versucht habt, die Stuttgart 21-Bürgerbewegung zu diskreditieren. Nein, deshalb habt Ihr nicht enttäuscht – all das sind wir von den Medien gewohnt. Wenn auch nicht von Euch, die Ihr bisher bei unterschiedlichsten Themen durch gründliche Recherche und auffallend ausgewogene, mitunter auch erfrischend kritische Berichterstattung aus dem Sumpf der Einheitsberichterstattung herausgeragt seid.

    Ihr habt vielmehr enttäuscht, weil Ihr manipuliert habt. Wissentlich, oder unwissentlich. Ihr habt in Eurem Beitrag von gestern so viele Leute sinnentstellt zitiert, dass man von einem Versehen jedoch fast nicht mehr ausgehen kann. Ihr habt behauptet, dass Stuttgart 21-Gegner die Stuttgart 21-Gegner, welche sich gemäßigt äußern, als „Lügenpack“ titulieren würden. Um Eure Behauptung zu unterstreichen, habt Ihr einen Tonschnipsel aus einer völlig anderen Situation genommen und damit die Szene akustisch untermalt.

    All das sind nicht nur journalistische Fauxpas – das ist Manipulation auf unwürdigem Niveau für einen Sender, der sich einen guten Ruf erarbeitet hatte. Und es ist für einen mit Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Sender geradezu erschreckend. Ihr habt einen Teil Eurer Glaubwürdigkeit verspielt – wie soll es zukünftig möglich sein, Euren Berichten Glauben zu schenken ohne das dumpfe Gefühl, dass Ihr auch dort manipuliert haben könntet?

    Es geht nicht nur um den oben geschilderten Vorfall – es geht um viel mehr. Um einen ganz grundsätzlichen Vertrauensverlust in eine Berichterstattung, die man zuvor für ausgezeichnet halten konnte. Ihr wurdet hier auf Facebook auf all das hingewiesen und statt zu handeln, zieht Ihr Euch schweigend in Euer Schneckenhaus zurück. Ihr versucht, es auszusitzen. Genau so auszusitzen, wie es uns die Politik Tag für Tag vormacht – in der Hoffnung, die Rufe nach Berichtigung würden möglichst bald verstummen.

    Hättet Ihr wenigstens in irgendeiner Form reagiert, würdet Ihr Euch vielleicht sogar entschuldigen und versuchen, zumindest die Textversion des Beitrags von Fehlern und Unwahrheiten zu bereinigen – das wäre respektabel. So aber lauft Ihr Gefahr, im selben Sumpf der Manipulation mitzuschwimmen, in dem sich ein großer Teil der restlichen Medienwelt bewegt.

    Bedauerlich.

  12. Ja , da fragt man sich , ob dieser Sender nicht auch zu den Hochkriminellen gehört oder sich aber gerade bei denen die ersten Lorbeeren abholen möchte. Es kann aber auch die Frage aufgeworfen werden, ob Deutschlandradio nicht zu weit rechts gerutscht ist ??? Jedenfalls sieht Journalismus anders aus !!!!!

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