Tunneltaufe als Show-Veranstaltung

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© W.Rüter 2013
© W.Rüter 2013
© W.Rüter 2013

von Wolfgang Rüter

Was den 250 geladenen Gästen morgen, am 4.12.2013, in Wangen als sogenannte „erste Tunneltaufe von Stuttgart 21“ verkauft werden soll – es geht um den späteren „Beate-Tunnel“, von dem aber noch kein einziger Meter existiert, weil zunächst einmal der Schacht des Zwischenangriffs ausgeschachtet sein muss – ist wieder einmal reine Propaganda.

Normalerweise wird ein Tunnelanschlag oder Tunnelanstich zusammen mit den Mineuren gefeiert, wenn diese einen Tunnel schon ein paar Meter weit gegraben haben, was hier aber nicht der Fall ist. Vielmehr feiert man den vor ein paar Tagen begonnenen ersten Erdaushub eines Zwischenangriffs, was sich natürlich nicht so gut und spektakulär anhört. Und was die Gäste dann morgen zu sehen bekommen, das kann man sich hier schon einmal vorab aus der Vogelperspektive ansehen.


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Zu den Bildern

Livestreams

10.38 der erste eindruck in stuttgart wangen http://bambuser.com/v/4153206

10.56 an der polizeiabsperrung beim aldi parklplatz http://bambuser.com/v/4153253

11.01 selbe stelle wie zuvor, nur „höher“ gefilmt, stimmung klasse http://bambuser.com/v/4153273

11.17 vor dem haupteingang, ein hh-gitter wird zu absperrung getragen (entlastung der beamten) http://bambuser.com/v/4153305

11.27 haupteingang vorbereitung zur polizeikette, allerdings demo verlagert sich zum bhf uth http://bambuser.com/v/4153319

12.07 untertürkheim an der bahnlinie, spontandemo auf der strasse richtung uth http://bambuser.com/v/4153424

12.21 abschlusskundgebung bahnhof untertürkheim (carl benz platz) mit gruppenfotos und infos http://bambuser.com/v/4153464  diesen link seht ihr oben im player

 Hier die komplette Zusammenstellung der Feierlichkeiten anlässlich der Tunneltaufe und zum Tunnel“anstich“:

Autorenhinweis: Bergler21

  • 1/12: Eröffnung und Begrüßung durch Wolfgang Dietrich
  • 2/12: Ansprache von Manfred Leger, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH
  • 3/12: Ansprache von Ministerialdirigent Elmar Steinbacher, Leiter der Abteilung Verkehr im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg. Während der Ansprache demonstrierten Projektgegner. H. Bräuchle grüßt die Versammlung
  • 4/12: Ansprache Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung der Landeshaupstadt Stuttgart.
  • 5/12: Ansprache Alfred Sebl-Litzlbauer, Geschäftsführer der Porr Bau GmbH
  • 6/12: Ansprache Peter Schaber, Werkleiter Untertürkheim, Daimler AG
  • 7/12: Ökumenische Andacht
  • 8/12: Ökumenische Andacht – Lied, Segen
  • 9/12: Ansprache der Tunnelpatin Beate Dietrich, Bezirksvorsteherin Wangen
  • 10/12: Abmoderation Wolfgang Dietrich
  • 11/12: Loch, in dem der Tunnelanstich erfolgte. Tatsächlicher Beginn der Tunnelbauarbeiten…?
  • 12/12: „Tunnelanstich“ durch die Bezirksvorsteherin in Wangen und Tunnelpatin, Beate Dietrich.

LoB – 03.12.13 / pet 04.12.13 /tem 10.12.13

2 KOMMENTARE

  1. „Der ‚Bau‘-Abschnitt des „begonnenen“ Hilfstollen-Lochs gehört zum S21-Teilbereich PFA 1.6a und der befindet sich im Augenblick im Stand der Planänderung, da die schon historische Genehmigung aus dem Jahre 2005, wegen der völligen Fehlberechnung der Grundwassermengen, wasserrechtlich nicht mehr umsetzbar ist.

    Eine neue Genehmigung ist sehr fraglich, da der neue Grundwasserantrag der Bahn schwerwiegende fachliche Fehler bis gezeilte Manipulationen aufweist und zudem eine von der Menge unbegrenzte Grundwasserentnahme vorsieht.

    Ein Fakt der in Deutschland bisher einmalig ist und wasserrechtlich eigentlich unmöglich ist, da erwartete Entnahme-Mengen in dieser Größenordnung „gedeckelt“ werden müssen. In Bezug auf Tunnelbauwerke, um die es bei der Grundwasserentnahme geht, ist der gefeierte Hilfsstollen ein bautechnisch nachrangiges Bauwerk, das trotz der fehlenden Genehmigungen für die großen grundwasserkritischen „Anhydrittunnel“ ja schon mal angefangen werden kann – offensichtlich vor allem um medienwirksam einen inszenierten Tunnellochanstich der Presse und damit der unbedarften Bevölkerung vorzugaukeln.

    Bezeichnenderweise wird der „Tunnelanstich“ in den Medien jetzt auch als Beginn der sich in der Planung überkreuzenden 4-fachen Neckar-Untertunnelung dargestellt.
    Gar nicht erwähnt wird von der Presse, die PR-Erklärungen der Bahn AG scheinbar überwiegend völlig unkritisch wiedergibt, daß die benachbarten Tunnel im S21-Projektabschnitt PFA 1.6b noch überhaupt niemals genehmigt wurden, obwohl die Unterlagen schon über 3 Jahren beim Regierungspräsidium liegen.

    Dies ist um so bedenklicher, da gerade diese Mehrfach-Untertunnelung unter dem Neckar bautechnisch sehr riskant wäre und bis heute unklar ist – und das einmalige Stuttgarter Mineralwasservorkommen grundlegend und nachhaltig gefährdet.

    Bei der aus heutiger Sicht nur als sehr hastig und oberflächlich zu bezeichnende Pauschal-Genehmigung Anno 2005 wurde schon damals beweiskräftige Untersuchungen projektferner Fachleute ignoriert und belächelt, die einen zweiten Hauptzustrom des Stuttgarter Mineralwassers unter dem Neckar in diesem Bereich schlüssig nachwiesen.

    Dieser zweite Zustrom hat sich mittlerweile als der wärme – und mineralstoff bringende Heilwasserstrom erwiesen. Erst im Herbst 2013 musste von der Stadt Stuttgart ein deutlicher Zustrom, der grundlegend den eigenen Forschungsarbeiten widersprach, entlang des Neckartals eingeräumt werden. Statt folgerichtiger und und umfassender Untersuchungen und Berechnungen dieses Zustroms wurden bisher jedoch nur mündlich eine sehr überschlägige Schätzung bei einer nichtöffentlichen Sitzung eingeräumt.

    Das schon länger bekannte Auftreten von mineralisiertem Grundwasser im unmittelbaren Nahbereich der geplanten Neckar-Tunnel wurden in einer wissenschaftlich bisher einmaligen Deutung in Stuttgart als lokale Grundwasser-Anomalie im Untergrund abgegutachtet. All diese Tatsachen bildeten bei der historischen Genehmigung und Abwägung 2005 keine Rolle und relativieren noch einmal das enorme Risiko für die, wie heute nun allgemein bekannt ist, unabsehbare Milliarden teure Leistungsminderung und unzulässige Schiefschrägstellung eines Stuttgart21-Tiefhauptbahnhofs, der unglaubliche 60 km neue Tunnel braucht.

    Egal ob Prellbockanhebung oder „dringend notwendige“ Abholzung eines Kulturdenkmals wie dem mittleren Schlossgarten, obwohl noch längst nicht alle örtlichen Genehmigungen oder gar die ganzer Bauabschnitte fehlen oder noch ungewiss sind, wird da, wo es geht, Abgerissen oder Abgeholzt – und mit viel hintertriebener Fantasie systematisch Halbwahrheiten verbreitet sowie die Öffentlichkeit mit DB-PR-Medienkampagnen absichtlich desinformiert.

    Als Geologe hat man wirklich gar nichts gegen einen zünftigen Tunnelanstich. Wie gesagt gegen einen Zünftigen. Aber diesen lächerlichen und verlogenen „Anstich“ eines bisher nur oberflächlichen Hilfsstollens heute am Barbara-Tag in Stuttgart-Wangen als Beginn des umstrittenen Baus von aberwitzigen 60 km Tunneln unter Stuttgart zu verkaufen ist eine Frechheit für mich als Geologen und die Tradition der Mineure. Und eine widerwärtiger Mißbrauch unserer gemeinsamen Schutzheiligen Barbara.

    Es wurde mit verlogenem Gehabe und sehr medienwirksam lediglich ein unbedeutender sogenannter Tunnel-Zwischenangriff angekratzt – aber niemals einer der unzähligen Tunnel von Stuttgart21.“

    -> Quelle: Geologie21, 4.12.13: http://www.geologie21.de/archiv-geologie21/129.html ; http://schaeferweltweit.wordpress.com/2013/12/06/auch-der-2-tunnelanstich-ist-reine-medienschau

  2. „Müssen Tunnelbauer bei Stuttgart 21 jetzt schon Pseudo-Tunnelanstriche machen?

    Echte Tunnelbauer, Mineure, würden lieber im Erdreich versinken, als sich für eine vom S21-Projektsprecher Dietrich inszenierte Show einer Tunneltaufe beim „Zwischenangriff Ulmer Straße“ in Stuttgart-Wangen vor den Karren spannen lassen. Warum sie es am 4.12.2013 dennoch gemacht haben, wird ihr Geheimnis bleiben. Propaganda must go on (Geld ist ja dafür genügend da).
    Also wurde die Tunneltaufe mit Weihung und allem drum und dran als „Tunnelanstich“ verkauft. Doch es war gar kein echter Tunnelanschlag, nur ein Pseudo-Tunnelanstrich, den die Medien dann auch gleich in die Welt hinaus posaunt haben. Und die geladenen, unkritischen und selbstgefälligen Gäste (alles was Rang und Namen hat, oder sich so fühlt) stimmten in den Chor mit ein, feiern die Taufe des „Beate-Tunnel“, für den sich die Bezirksvorsteherin aus Stuttgart-Wangen, Beate Dietrich, als Tunnelpatin hergegeben hat …
    Dabei ist in Stuttgart-Wangen noch kein einziger Meter Bahn-Tunnel gegraben. Lediglich beim Zwischenangriffs-Schacht haben die Tunnelbauer in Stuttgart-Wangen erst ein paar Kubikmeter Erdreich ausgehoben. Der Schacht ist von den vorgesehenen 37 m Tiefe mit seinen gerade einmal 10 m noch weit vom Tunnelanschlag entfernt. Warum hat man so etwas in Stuttgart nötig. Transparenz sieht anders aus …
    Das Show-Spektakel jedenfalls wurde draußen vor dem Tore von rund 300 friedlichen K21-Befürwortern und 200 Polizisten begleitet, so die Polizeiangaben. K21-Befürworter waren u.a. in die Ulmer Straße 265 nach Stuttgart-Wangen zur Baustellen-Einfahrt gekommen, um die Gäste mit Bannern, Spruchbändern, Tafeln und den aufgedeckten 121 Risiken, die sie sich auf ihre Westen geschrieben hatten, zu begrüßen.“

    -> Quelle: PS-Kommentar, 4.12.13: http://www.parkschuetzer.de/statements/165777
    => Fotos: https://picasaweb.google.com/112478480755709713158/TunnelfeierInSWangen04122013 ;

    * Voreilige DB-Aktionen f. S21 ohne erforderliche Genehmigungen …
    -> baa-PM vom 4.12.13 zur Loch21-Weihe, 4.12.13: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2013/12/04/presseerklaerung-voreiliger-tunnelanstich-der-db-in-stuttgart-wangen ;

    => HINTERGRUND: baa, 5.12.13: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2013/12/05/tunneltaufe-mit-widerstand

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