361. Montagsdemo gegen Stuttgart 21

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Danke an Eberhard Linckh für das Video

Redner:
Gottfried Ohnmacht-Neugebauer; Das Stuttgarter Behördenkarussel: Organisiertes Wegschauen bei Verstößen gegen das Sonn-und Feiertagsgesetz beim S21-Bau

Luigi Pantisano, Stadtrat für das Bündnis SÖS-LINKE-PluS; Das Phantom-Quartier im Rosenstein: OB Kuhns Rosenstein-Memorandum nach der Bürgerbeteiligungsfarce
Musik:
Bernd Köhler & Jan Lindqvist, von der Gruppe ewo2 (Das kleine elektronische Weltorchester aus Mannheim)

Moderation:
Thomas Renkenberger, Parkschützer

06.03.17 / LoB

1 KOMMENTAR

  1. Seit dem Spatenstich im Februar 2010 verfolge ich das Geschehen rund um das ambitionierte Bauprojekt in Stuttgart. Vor einigen Jahren war ich sehr häufig zu Gast in der Schwäbischen Metropole. Eins blieb mir immer in Erinnerung: Sollte ich wieder einmal nach Stuttgart reisen, werde ich auf den Pkw verzichten und sollte ich mit der Bahn, die Route Frankfurt – Basel nutzen müssen, werde ich eher auf den Flieger setzen. Die Fahrt via Stuttgart war ein unhaltbarer Zustand und es ist nur einer von hunderten Hemmschuhen auf dem Fernbahnnetz der DB. Einmal abgesehen von dem gigantischen „Wuchtbau“, der den Kopfbahnhof zur Stadt hin abschloss, war es auch seit Jahrzehnten ein technisch aus der Zeit gefallener Bahnknotenpunkt, der den Anforderungen der Neuzeit schon seit den 80er Jahren nicht mehr entsprach. Mit der Entscheidung den Bahnhof, endlich als unterirdischen Durchgangsbahnhof, für die Ost-West-Achse und auch für die Nord-Süd-Achse zu erschließen, wurde richtig und logisch entschieden. Wie in jedem anderen großen städtebaulichen Projekt gibt es Gegner und ewig gestrige, die zukunftsweisende Schritte aufhalten wollen. In einer Demokratie nichts ungewöhnliches, aber durchaus auch hinderliches.
    Wenn ich hier so erlebe, wie es mittlerweile die 360. Demonstration gegen das mitten in der Ausführung befindlichen Bauprojekts gegeben hat, frage ich mich durchaus ob im Süden Deutschlands der Schwerpunkt nicht mehr auf dem „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ liegt. Wollen eventuell einige nicht wahrhaben, dass der Fortschritt selten und prinzipiell nicht aufhalten lässt? Besonders in der Anfangsphase tobte ja gerade der „Mopp“ rund um die Baustelle und es wurden angrenzende Parks wie in den 68er Jahren zum „Schlachtfeld“. Wir Deutsche sind immer so schnell dabei, auf andere und unsere Nachbarn mit den Fingern zu zeigen, als wären wir die Schulmeister der Menschheit. All zu schnell wird hier verdrängt, dass es bereits in der Planungsphase (1970-1980, 1991) und mit der Vorstellung im April 1994 öffentliche Anhörungen und eine bedingte Bürgerbeteiligung gab, womit den entsprechenden Vorschriften und der demokratischen Idee Sorge getragen wurde. Als es dann in die Ausführungsphase ging, stiegen die einige Bürger auf die Barrikaden. Wo waren denn diese, als die Vorstellung des Projekts öffentlich stattfand? Wie auch Herr Kretschmann realisieren musste, hat ihn die Realpolitik eingeholt und er muss das Projekt mit dem Bund und der DB zusammen ins Ziel bringen. Spätestens jetzt sollte allen Beteiligten doch klar sein, der Bahnhof wird gebaut und fertiggestellt.

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